Pädagogische Professionalität

Nach Schütze (1999) gibt es folgende Bestimmungsmerkmale für Professionen:

  • Ausbildung einer ethischen und wissenschaftlichen „Sinnwelt“, zu der die Angehörigen einer Profession Zugang haben,
  • Fallcharakter der professionellen Tätigkeit mit Klienten,
  • Identifikation der Professionellen mit ihrer berufsspezifischen Rationalität,
  • freiwilliges Arbeitsbündnis mit den Klienten, das ein Wissens- und Kompetenzgefälle aufweist


Für die Professionalität gilt: „Man sieht nur, was man weiß“.
Daraus folgt für die Bildung:
"Professionals", die Bildung und Lernen selbst in linearen Prozessen erlebt haben und über kein theoretisches Verständnis der Wirkungsmechanismen der an Lernprozessen interaktiv zusammenwirkenden Systemmuster verfügen, können solche Muster auch in der Praxis selbst nicht erkennen und gestalten.

Das bedeutet für den Lehrgang Freizeitpädagogik (und alle anderen Lerngänge an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten):
Lernen muss für die Lernenden als ein NICHT-linearer, dynamischer Prozess erlebt werden können.


Jene, die in diesen dynamischen Prozess nicht einsteigen wollen oder können, sind gut beraten, sich für ihre Profession ein anderes Tätigkeitsfeld zu suchen.

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    Schütze, F. (1999). Organisationszwänge und hoheitsstaatliche Rahmenbedingungen im Sozialwesen: Ihre Auswirkungen auf die Paradoxien des professionellen Handelns. In A. Combe & W. Helsper (Hrsg.), Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns (S. 183-276). Frankfurt am Main: Suhrkamp.