Grundlagen der Potenzialfokussierten Pädagogik

An der Volksschule Itter wird nach dem dort 2010 entwickelten Konzept der „Potenzialfokussierten Pädagogik“ gearbeitet. Nach diesem Ansatz wird davon ausgegangen, dass nicht nur die Potenziale der Lernenden im schulischen Kontext genutzt werden sollen, sondern besonders auch jene der Lehrpersonen.

Eine Zuschreibung von negativem und positivem Verhalten ist für eine professionelle Haltung oder das Schaffen von zusätzlichen Möglichkeiten weniger förderlich. Reflektierte Lehrpersonen kategorisieren nicht in „gut“ und „schlecht“, „richtig“ und „falsch“ sondern eher in „mehr oder weniger zweckdienlich /nützlich“ – also im Bereich des „Sowohl-als-auch“.

Gelingende Veränderungen können nur dann nachhaltig angebahnt werden, wenn die Beteiligten hinter diesen Veränderungen Nutzen, Erfolg oder Sinn erkennen.  Für Führung ist es wichtig, blinde Flecken, die Potenziale der verborgenen Schätze des Nichtwissens zu erkennen und sich konkrete Ziele zur Veränderung zu setzen.

Zielbilder schaffen die Basis für erfolgreiches, nachhaltiges Lernen. Die Motivation entwickelt sich durch das gelingende Tun.
Konzentration und innere Präsenz sind nicht die Voraussetzung für erfolgreiche Lernprozesse, sondern ein Resultat davon.
Auf innere Präsenz kann man nicht warten, um dann mit der Arbeit zu beginnen,. Dies läuft genau umgekehrt. Der Grundsatz lautet also: „Einen Anfang machen!“

Im Sinne von Albert Camus: „Um sich selbst zu erkennen, muss man handeln“ gilt dieses auch für die tägliche Arbeit in der Pädagogik. Manche Schulentwicklungsprozesse und Diskussionen können mit dem Lesen einer Speisekarte in einem Gourmetrestaurant verglichen werden. Auf der Speisekarte stehen die verschiedensten, wohlschmeckendsten Gerichte und schon beim Lesen steigt die Vorfreude auf den Verzehr. In den letzten Jahren wurden sehr viele "Speisekarten" gelesen, studiert und geprüft – nun ist es an der Zeit sich dem Verzehr und dem Genießen zu widmen. „Vom Wissen zum Tun“, lautet die Devise.